Verschneite Wälder, Bewegung an der frischen Luft, den Winter genießen... Mich zieht es regelmäßig nach draußen, aber oft hält der "innere Schweinehund" uns zurück. Diese Winterwanderung ist der ideale Tipp für alle, die Gemütlichkeit mit einem winterlichen Ausflug in die Natur verbinden möchten. Denn: Die Wanderung führt entlang der Straßenbahnstrecke der STB. Wer nicht mehr mag, nimmt einfach die nächste Bahn zurück nach Innsbruck. Perfekt für Familien mit Kindern, aber auch für alle anderen, die keine sportlichen Höchstleistungen planen.  Ich finde die Runde sehr schön und bin vor kurzem selbst dort unterwegs gewesen.

Per Straßenbahn in die Natur

Ich glaube es gibt nicht viele Städte auf dieser Welt, in denen man mit einer Überlandstraßenbahn von der Stadt in die Natur und in die Berge fahren kann. In Innsbruck ist dies gleich mit zwei Linien möglich. Mit der 6er Linie, die seit kurzem auch einen Webauftritt als "Waldstraßenbahn" hat oder mit der Stubaitalbahn, welche Innsbruck mit dem Stubaital verbindet. Für den heutigen Ausflug nehme ich die Stubaier und fahre direkt von Innsbruck in die Natur.

Die Stubaitalbahn

Die Stubaier fährt zu jeder halben Stunde vom Hauptbahnhof  bis nach Kreith und zu jeder vollen Stunde bis nach Fulpmes. Da wir heute bis nach Telfes fahren, müssen wir aufpassen, die Bahn bis nach Fulpmes zu nehmen. Zusteigen kann man am Hauptbahnhof oder in der Anichstraße zum Beispiel oder auch direkt am Stubaitalbahnhof am Bergisel bei der Remise der Innsbrucker Verkehrsbetriebe.

Verläuft die Strecke bis zum Stubaitalbahnhof noch durch die Stadt, so werden bereits nach verlassen der Remise die Augen größer. Ein wunderschönes Panorama tut sich auf mit dem Blick auf die Stadt und die imposante Nordkette. Elegant schlängelt sich die Bahn über die Ferrariwiese hinauf bis zum Sonnenburgerhof. Die Aussicht auf die Tiroler Landeshauptstadt ist imposant.

Beim Sonnenburgerhof geht es nun den Hang entlang nach Natters und weiter nach Mutters. Am Fuße der Saile kann man jede Minute der Straßenbahnfahrt genießen. Der Blick auf beide Dörfer mit den umliegenden Bergen ist aus der Bahn besonders schön, da sie nicht der normalen Straße folgt sondern sich in Schleifen über die Hügel immer weiter nach oben arbeitet. Die hübschen, alten Bahnhofhäuschen sind eine Augenweide. In Mutters gibt es auch eine Haltestelle bei der Muttereralm Talstation. Wer lieber Skifahren geht, könnte hier aussteigen und das Skigebiet Muttereralm ausprobieren. Wir fahren weiter über Wiesen und durch Wälder bis nach Kreith. Zwei Mal wird auf der Fahrt bis hierher auf den entgegenkommenden Zug gewartet, da die Strecke eingleisig befahren wird. Kurz nach Kreith fahren wir über ein Viadukt hoch über den Sagbach. Diese Stelle kann man sich merken, da man später zu Fuß hier vorbeikommen wird. Mehr dazu später.

Wanderstart in Telfes

Wir fahren mit der Bahn bis in den Ort Telfes, hier beginnt unsere Winterwanderung. Direkt gegenüber auf anderer Talseite herrscht die Serles, welche sich heute leider etwas mit Wolken verhangen seid. Bei strahlendem Wetter wirkt sie von hier besonders nah und eindrucksvoll. Man kann sich dann ganz gut vorstellen, dass zurecht den Namen "Altar Tirols" trägt.

Vom Bahnhof in Telfes folgen wir den Schildern Richtung Telfer Wiesen. Zuerst geht es etwas steiler nach oben der Straße entlang bis man nach wenigen Minuten zum schönen Forstweg kommt und die Straße hinter sich lässt.

Winterwandern nach Mutters

Die Telfer Wiesen sind vor allem im Herbst für die brennenenden Lärchen bekannt. Der Winter steht diesem Schauspiel aber um nichts nach. Zahlreiche Holzstadeln in der Schneelandschaft sorgen begeistert klickende Fotoapparate und gezücktte Smartphonekameras. Der Weg ist gut geräumt und auch für jeden machbar. Ohne große Mühen geht es die meiste Zeit eben dahin und man kann ohne große Anstrengung die tolle Landschaft auf unserer Wanderung in Richtung Mutters genießen.

Nach circa einer Stunde erreicht man Kreith. Dabei passiert man auch den Graben des Sagbaches. Hier steht der bereits vorher erwähnte Viadukt der Straßenbahn. Mit etwas Glück kommt gerade ein Zug über das Viadukt und man macht ein tolles Foto.

Abkürzung gefällig?

Das Schöne an diesem Winterweg ist, dass man jederzeit wieder in die Straßenbahn steigen kann und die Wanderung abkürzen kann, wenn am genug hat. Sie führt ständig an den Stationen der Stubailtalbahn vorbei. Der Bahnhof Kreith ist außerdem das Ende der geteilten Linie. Das bedeutet: Ab hier könnte man sogar alle 30 Minuten eine Bahn zurück nach Innsbruck nehmen.

Ich entscheide mich fürs Weitergehen. Von Kreith folgt man den Schildern immer Richtung Mutters. Über den Weiler Raitis benötigt man etwa 45 Minuten. Hier kann man dann wieder in die Stubaitalbahn in den Stationen Mutters Bahnhof oder Burgstall nach Innsbruck einsteigen.

Weiterwanderung nach Natters und zum Natterer Boden

Wem die Winterwanderung zu kurz war, der kann von Mutters noch weiter bis zum Natter Boden gehen und von dort den direkten Weg hinunter nach Innsbruck. Der gut beschilderte Weg führt euch auf den Natter Boden und in Richtung Eichhof. Von dort könnt ihr den schönen Waldweg in Richtung Innsbruck zum Bergisel nehmen und entweder am Sonnenburger Hof in die Stubaier einsteigen, oder ihr geht hinunter bis zum Bergisel und nehmt die 1er Linie in die Innenstadt. Am Bergisel würde sich auch noch die Panoramarunde anbieten.

Fazit

Für alle was dabei. Straßenbahnfans, Fotografen mit den vielen Wintermotiven (Holzstadln), Frischluftgenießer, Sportaffine und nicht so Sportaffine (für alle machbar) und mit herrlichen Panoramen auf Innsbruck, die Serles und den Patscherkofel. Mit der Straßenbahn auch noch umweltbewusst und stressfrei.

Nützliche Informationen

Fahrplan der Stubaitalbahn
Schneeschuhwandern auf ähnlicher Strecke von meiner Kollegin Lea
Kollegin Tamara über unsere "Stubsi" in den wärmeren Monaten

Alle Fotos außer anders angegeben © Danijel Jovanovic Photography – www.djphotography.at
Instagram: @danijeljovanovicphotography
Facebook: Danijel Jovanovic Photography

Ähnliche Artikel